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Android und Surfstick – Wer einen Surfstick unter Windows einsetzen möchte hat in der Regel wenig Probleme. Der Stick wird an den USB Port gesteckt und automatisch erkannt und installiert. Bei Android ist das deutlich komplizierter. Zwar ist die Hardware in Form des Internet-Sticks die gleiche, die Software ist aber in der Regel für den Betrieb unter Windows und Apple ausgelegt und daher kommt es bei Android Geräten immer wieder zu Problemen. Der Stick wird in vielen Fällen erst gar nicht erkannt, oft schlägt dann die Installation fehl und auch mit erkannten Sticks gibt es Probleme, ins Netz zu kommen. Dabei ist es unerheblich, ob man einen Prepaid-Surfstick oder einen normalen Surfstick nutzen – in beiden Fällen klappt der Anschluss nicht.

Beispielsweise schreibt ASUS als Antwort auf eine Anfrage, ob man einen Surfstick an die Tablets des Unternehmens anschließen kann sehr deutlich:

Es ist nicht möglich diesen Surfstick an ein Tablet mit Android Software anzuschließen.
Die benötigten Treiber können nur auf Windows Systeme installiert werden. Um einen Surfstick an ein Android Tablet anzuschließen muss dieser über eine Plug and Play Funktion verfügen.
Ich empfehle Ihnen den Kauf eines Mobilen WLAN Routers, hier schieben Sie Ihre SIM Karte ein und verbinden sich via WLAN mit dem Tablet.

Auch bei Congstar sieht die Antwort für den Congstar Internet-Stick ähnlich aus (2016):

leider gibt es aktuell keine Treiber oder Apps, die unsere Surfsticks unter Android betreiben würden.

Die beste Empfehlung ist es daher immer noch, bei Android Geräten gleich das Funk-Modul für den Internet-Zugang mit zu kaufen (wenn es denn angeboten wird). Der Zugang per Stick ist zwar theoretisch möglich, aber unter Umständen sehr schwierig. Ein paar Lösungen und Möglichkeiten, auch per Android und Stick online zu gehen, haben wir hier zusammengestellt.

Neuer Versionen oft besser

Ein Update der Software kann helfen, die Zusammenarbeit von Android und Surfstick zu verbessern. Allerdings gibt es leider keine Garantie, dass ein Stick nach einem Update auf eine neuere Version besser erkannt wird. An dieser Stelle schwingt also auch viel Hoffnung mit. Prinzipiell ist es aber so, dass neuere Versionen des Betriebssystems eher mit Sticks zurecht kommen als ältere Version.

Auch hier gilt: Never change a running system. Hat man eine funktionieren Kombination aus System und Stick gefunden sollte man dies beibehalten. Auch ein Upgrade auf eine neuere Version kann das Zusammenspiel wieder zerstören.

Spezieller Stick auch für Android

Bei Technik Versand pearl bekommt man aktuell den simvalley MOBILE USB-Surfstick. Dieser Stick wurde speziell auch für den Einsatz mit Tablets ausgelegt. In der Artikelbeschreibung heißt es:

Inklusive Treiber-Software für PC, Notebook und Netbook

Pearl setzt dies mit einer speziellen Einwahlsoftware um, die auch mit Android keine Probleme hat (zumindest in den aktuellen Versionen). Innerhalb der Software müssen dann die Einstellungen für die eigene Simkarte (je nach Netz) noch hinterlegt werden, damit sich der Stick auch mit dem Internet verbinden kann. Erfahrungsberichten zu Folge klappt dann die Installation und Nutzung unter Android ohne Probleme. Der Stick selbst hat keinen Simlock und auch keinen Netlock, kann also mit allen Simkarten genutzt werden.

Leider unterstützt der Stick nur HSDPA. Wer schneller Surfen will (HSDPA+ oder LTE) kommt um einen der originalen Sticks der Telekom oder von Vodafone nicht herum.

WLAN Router

Man kann mit einem mobilen WLAN Router das Problem der Erkennung und Installation eines Surfsticks von Anfang an umgehen. Ein solcher Router muss nicht installiert werden, die Konfiguration erfolgt lediglich über das WLAN. Deswegen ist das genutzt Betriebssystem egal. Der WLAN Router baut dabei einen eigenen Hotspot auf, in den man sich mit dem Tablet einwählen kann. Das wird auch unter Android unterstützt und ist damit eine gute Variante um auch mit Android Geräten mobil ins Internet gehen zu können, wenn sie kein eigenes Simkarten Modul haben.

Man benötigt dafür aber eventuell neue Hardware. Auch wenn man bereits einen Surfstick nutzt, muss man einen neuen WLAN Router kaufen. Dabei sind WLAN Router für den mobilen Einsatz derzeit noch vergleichsweise teuer. Während man einen Internet Stick samt Prepaid Karte bereits ab etwa 15 Euro bekommt, kosten mobilen WLAN Router etwa 70 bis 80 Euro. Freie Geräte sind teilweise auch schon für 60 Euro zu haben. Die Kombinationen von Router und Simkarte gibt es derzeit beispielsweise bei BILDmobil, Pro7 oder auch RTLmobil (alle im Netz von Vodafone).

Bei der Neubestellung kann man bei einigen Anbietern aussuchen, ob man einen normalen Surfstick oder einen WLAN Router haben möchte. Bei Congstar gibt es die entsprechenden Geräte bereits ab 39.99 Euro in Verbindung mit einer Simkarte. Congstar schriebt dazu:

Du kannst mit unserem mobilen WLAN Router also überall, wo du mobiles Internet empfängst, dein eigenes WLAN für bis zu 10 Geräte einrichten. Das funktioniert sowohl mitLaptops als auch mit Tablets oder mit Smartphones – wenn deine Freunde zum Beispiel selbst keine Datenflat haben, aber trotzdem unterwegs surfen wollen.

Alle 10 Geräte werden dabei über die gleiche SIM-Karte versorgt. Du kannst so also wesentlich kostengünstiger ins Internet, als wenn du für jedes Gerät eine eigene SIM-Karte mit Vertrag benutzt.

Bei anderen Anbietern ist die Zahl der gleichzeitig unterstützen Geräten teilweise geringer und beträgt nur 4 bis 5 Geräte, die gleichzeitig den Hotspot nutzen können.

Video: Huawei E5330 WLAN Router

Tethering

Falls alles nicht funktioniert bleibt immer noch der Ausweg über das Smartphone ins Internet zu gehen. Das Gerät wird dabei als Zugangspunkt genutzt (Tethering) um per WLAN oder USB Verbindung über das Handys ins Netz zu gehen. Das ist etwas umständlicher, funktioniert aber in den meisten Fällen sehr zuverlässig.

Man sollte dabei allerdings beachten, das der Akkuverbrauch eines Handys durch die Bereitstellung der Verbindung deutlich zunimmt. Dazu kommt, dass Handyflatrates für das Internet in den meisten Fällen nur mit geringen Volumen (500MB bis 1 Gigabyte) auskommen. Wer häufiger mit dem Tablet surfen will sollte daher darauf achten, die Drosselgrenze nicht zu erreichen sonst wird die Geschwindigkeit der Verbindung deutlich reduziert.

Dazu verbieten auch einige Anbieter in den AGB oder dem Kleingedruckten diese Technik. Man sollte sich vor dem Einsatz daher informieren, ob der eigene Anbieter dies erlaubt. Sonst kann es passieren, dass man mit Tethering gegen die Nutzungsbedingungen des eigenen Anbieters verstößt. Das wäre unter Umständen ein Grund für eine fristlose Kündigung des Vertragen.