Surfstick und Datenflatrates ohne Drosselung

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Surfstick und Datenflatrates ohne Drosselung – Die meisten Surfstick auf dem deutschen Markt bieten kein unbegrenztes Datenvolumen, sondern drosseln nach einem bestimmten Datenverbrauch einfach die Geschwindigkeit auf 64kBit/s oder 32Kbit/s. Damit ist dann kein vernünftiges Surfen im mobilen Internet mehr möglich. Die Hoffnungen, dass Drosselungen nur ein vorübergehendes Phänomen sind und mit immer besseren Netzausbau ganz verschwinden werden, haben sich leider nicht bewahrheitet. Im Gegenteil, mittlerweile beginnen die Anbieter sogar die Datenflatrates im DSL-Bereich zu drosseln und mit Datenkontingenten auszustatten. Während die Handys und Internet Stick immer schneller werden, bleibt die Geschwindigkeit der dazugehörigen Tarife und Flatrates dagegen weitgehend gedrosselt.

Es gibt aber einige Möglichkeiten, ohne Drosselung zu surfen:

Freie Hotspots und Hotspots-Flats nutzen

In immer mehr deutschen Städten finden sich Hotspots, die man frei nutzen kann. Darunter sind WLAN Netzwerke zu verstehen, die ohne Passwort arbeiten und in die man sich daher einfach einwählen kann um darüber das Internet zu nutzen.Die Datennutzung wird dabei nicht auf das mobile Datenvolumen angerechnet und es gibt keine Drosselgrenze. Man kann über Hotspots in der Regel daher ohne Volumen-Begrenzung surfen. Meistens sind Restaurants oder Cafes damit ausgerüstet, es gibt aber auch das Freifunk-Netzwerk, das bereits in vielen Städten diese Dienste anbietet.

Freie WLAN kann man mittlerweile auch in fremden Städten mittels spezieller Suchmaschinen finden:

Daneben bieten auch die Telekom und Kabel Deutschland mittlerweile ein sehr weit ausgebautes Netz an WLAN Hotspots an. Die Telekom schreibt zu diesem Netzwerk auf der eigenen Webseite:

Gehen Sie an über 1 Million HotSpots in Deutschland, davon über 20.000 öffentliche HotSpots der Telekom, und 45.000 Standorten weltweit ins Internet. Überall dort, wo Sie das HotSpot Zeichen entdecken, sind Sie mit wenigen Klicks online und haben Zugriff auf Ihre E-Mails und alle Informationen aus dem Internet. Sie können chatten und surfen wie zu Hause am PC.

Die schnellen Internetzugriffe per WLAN stehen Ihnen beispielsweise in Flughäfen, Hotels, Messen, Konferenzzentren sowie flächendeckend an fast allen Raststätten der Autobahn Tank & Rast Holding GmbH oder McDonald’s Restaurants, Cafes und Bars zur Verfügung. Neuerdings können Sie bei Sixt sogar Mietfahrzeuge der Marke BMW mit integrierten Hotspots buchen.

Die kostenlose und freie Nutzung ist hier allerdings nur für Kunden mit einem entsprechenden Vertrag möglich. In den meisten der neuen MagentaMobil Handytarife ist die sogenannte Hotspot Flat der Telekom bereits mit dabei. Bei älteren Verträgen und Datentarifen kann sie oft noch dazu gebucht werden. Wer kein Kunde ist, kann sogenannte Tagespässe kaufen. Diese kosten 4.95 Euro pro Tag und erlauben es dann, kostenfrei und unbegrenzt zu surfen – 24 Stunden lang.

Die Hotspots von Kabel Deutschland funktionieren ähnlich.

Freie Hotspots stellen daher eine gute Möglichkeit dar, das monatliche Datenvolumen der Flatrate etwas zu schonen und intensivere Downloads über WLAN abzuwickeln. Das ist Übrigens auch im heimischen WLAN möglich – so man denn eines hat.

Mit der Nutzung von freien Hotspots kann man daher das eigenen Datenvolumen schon und ungedrosselt surfen. Allerdings ist das natürlich dort möglich, wo es auch freie WLAN gibt und das ist in Deutschland leider nicht sehr oft der Fall. Dazu sollte man die Sicherheitshinweise für Handys und Sticks beachten, denn Traffic in freien WLAN kann relativ einfach ausgelesen werden.

Geheimtipp: BASE go mit 50GB Internet Flat

ACHTUNG: mit der Übernahme von Eplus und BASE durch O2 wurde dieser Tarif aus dem Angebot genommen. Man kann bestehende BASE Go Karten zu noch nutzen, aber keine neuen Karten mehr bestellen.

Bei dieser Flatrate wird streng genommen auch gedrosselt, allerdings erst nach 50GB Datenvolumen und damit dürften die meisten Nutzer niemals in die Verlegenheit der Drosselung kommen. Man braucht dazu eine BASE Go Karte (entweder direkt bei BASE oder über Amazon) und bucht dann dazu die sogenannte „Internet Flat plus„. Diese kostet 10 Euro monatlich und bietet die genannten 50GB. Die Geschwindigkeit ist allerdings insgesamt auf maximal 1Mbit/s im Download und 700 kBit/s im Upload begrenzt. Die Erweiterung auf 7,2Mbit/s Speed kostet nochmal 5 Euro im Monat zusätzlich. Die Buchung nur in bestimmten Städten ist mittlerweile aufgehoben. Details zur Buchung gibt es hier. Der BASE Surfstick selbst hat leider einen Limitierung und Drosselung.

Volumen nachbuchen bei den Telekom Discountern

Die meisten Telekom Discounter wie Congstar bieten im Datenbereich die Möglichkeit, das Volumen aufzustocken, wenn die Drosselgrenze erreicht wird. Damit kann man neues ungedrosselt Volumen kaufen – natürlich gegen zusätzliche Gebühren. Diese Möglichkeit läuft unter dem Namen Speed on und steht sowohl bei der Telekom selbst als auch bei Congstar und anderen Anbietern zur Verfügung. Die Speed On-Option bei Congstar kostet dabei 4.90 Euro (mehrfach möglich) und bietet je nach Tarif zusätzliches Volumen. Aktuell sieht der Stand wie folgt aus:

  • Daten S +250 MB
  • Daten M +500 MB
  • Daten L +1 GB

Zur Buchung reicht dabei eine SMS mit mit dem Stichwort „Speed“ an die 7277.

Daten-Reset bei ALDI

Eine ähnliche Option gibt es bei den Prepaid Karten von ALDI Talk im Eplus Netz. Auch hier kann man neues High-Speed Volumen buchen. Der Preis dafür beträgt 3 Euro pro Buchung und steigt in den größter Flatrates an. Bei der Internet Flat L kostet die Buchung dann bereits 6 Euro, man bekommt damit aber immerhin auch 1,5GB neues Volumen. Das Volumen kann auf diese Weise auch mehrfach neu gebucht werden. Das Unternehmen schreibt dazu dazu:

Nach Buchung steht Ihnen das gesamte High-Speed-Volumen Ihrer gebuchten Option bis zum Ende der Optionslaufzeit erneut zur Verfügung. Das Extra-Volumen kann jederzeit über „Mein ALDI TALK“, die ALDI TALK App oder die Konto-Hotline 1155 hinzugebucht werden. Die Buchung hat keine Auswirkungen auf die Optionslaufzeit Ihrer aktiven Option.

Im größten Tarif bietet ALDI dabei 1,5GB Volumen jedes mal neu an, im größten Datentarif (Internet Flat XL) mit 5GB Volumen gibt es diese Möglichkeit seit kurzer Zeit auch.

Noch eine Alternative: Kostenloses Datenvolumen für den Notfall

Die Telekom bietet nach wie vor 2×5 Gigabyte Datenvolumen als Freikarte an, die man 6 Monate ohne Vertragsbindung nutzen kann. Das ist relativ viel Reservervolumen und dürfte für die meisten Nutzer reichen. Die Aktion ist unter dem Namen Data Comfort Free zu finden und bietet 2x5GB Datenvolumen mit LTE Speed als Freikarte.

Insgesamt gibt es also auf dem deutschen Mobilfunk-Markt einige Möglichkeiten, der Datendrosselung zu entkommen, einen Königsweg für unbegrenztes Datenvolumen gibt es im mobilen Bereich aber leider nicht und es scheint auch so, als würde man darauf noch etwas warten müssen.

Von | 2017-10-20T11:37:31+00:00 20. Oktober 2017|Allgemein|0 Kommentare

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